Die Ragdoll ist eine Halblanghaarkatze mit Maskenfärbung,die für Ihre gutmütigen und liebevollen Charakter bekannt ist. Sie gehört zusammen mit der Main Coon und der Norwegischen Waldkatze zu den größten Katzenrassen der Welt und steht sogar im Guiness Buch der Rekorde.

Steckbrief

Rasse:Ragdoll
Herkunft:Kalifornien/USA
Größe:Schulterhöhe bis 40 cm
Länge 100-120 cm (von Nase bis Schwanz)
Gewicht Durchschnitt Kater 6,5 - 10kg, Katze 4,5 - 6,5 kg
Augenfarbe:Chinablau
Felllänge:Halblanghaar
Körperbau:langer, muskulöser Körper mit breiter Brust und buschigem Schwanz, Kopf ist mittelgroß und keilförmig, Nase weist einen leichten Bogen im oberen Drittel auf, Ohren sind mittelgroß mit breitem Ansatz und gerundeter Spitze, sie sind weit auseinandergesetzt und leicht nach vorne geneigt, Pfoten sind kompakt mit Haarbüscheln zwischen den Zehen.
Fell:weich und seidig, am Hals etwas länger wie ein Lätzchen

Anfang der 60er Jahre entstanden die ersten Ragdoll Katzen durch eine Verpaarung einer weißen, angoraähnlichen „Freigänger“-Katze Namens Josephine und eines unbekannten Katers. Diese Katze gehörte einer Nachbarin von Ann Baker einer damaligen Perser-Züchterin. Ann Baker gefielen die jungen Katzen dieses Wurfes mit ihren blauen Augen und dem halblangen Fell so sehr, dass sie mit einem birmaähnlich gezeichneten Kater dieses Wurfes eine eigene Zuchtlinie aufbaute und ihnen den Namen Ragdoll gab, was auf deutsch Stoffpuppe /Lumpenpuppe heißt.

Diesen Namen leitete sie von der Tatsache ab dass sich ihre Katzen einfach schlaff hängen ließen, wenn man sie hoch nahm – wie eine aus Stofffetzen gefertigte Lumpenpuppe.

Um die Aufmerksamkeit auf die damals noch unbekannte Rasse zu lenken warb Ann Baker damit, dass Ragdolls im allgemeinen sehr schmerzunempfindlich seien, was aber bei tiergerechten Untersuchungen abgewiesen werden konnte. Man fand heraus,dass Ragdolls keinerlei Veränderungen im Schmerzverhalten hätten und sie nur aufgrund einer guten Sozialisierung und Vertrauen in den Menschen so entspannt auf dem Arm hängen.

Leider züchtete Ann Baker nicht nur aus reiner Tierliebe sonder versuchte die Rasse zu vermarkten und Profit zu erzielen. Sie lies die Bezeichnung „Ragdoll“ patentieren und urheberrechtlich schützen. Sie erhob auf jedes Tier das aus ihrer Linie stammte eine Lizenzabgabe.

Zum Glück hatten sich schon früh die Züchterfamilien Dayton (Cattery Blossom-Time) und Chambers (Cattery Ragnarok) von Ann Baker getrennt bevor diese die Rasse Ragdoll patentierte.

Viele sagen, dass diese beiden Züchterfamilien ganz ohne kommerzielle Zwecke die Ragdolls zu dem machten was sie heute sind.

Als sich die Daytons von Ann Baker lossagten führten sie eine sogenannte Genetikkarte ein in der sie alle Stammbäume weltweit sammelten und registierten. Diese Genetikkarte wird bis heute weitergeführt und ist mit über 9100 registierten Ragdolls die größte Stammbaumsammlung der Welt.

Anfang der 80er Jahre importierten Züchter aus Großbrittanien erstmals Ragdollzuchtkatzen aus den USA nach Europa.

Im Jahr 1983 kamen dann auch die ersten Zuchtkatzen nach Deutschland.

Das Misstrauen gegenüber der Rasse war zuerst sehr groß aufgrund der Gerüchte die über die Rasse bereits in die Welt gesetzt worden waren.Dank des großen Engagements und Durchhaltevermögens vieler Züchter und Aussteller die ihre Rasse immer bekannter machten ist sie heute eine angesehene und geschätzte Rasse.

1. Traditionelle Zeichnungsvarianten:

a) Pointed = 2 Siamgene, hellere Körperfarbe mit abgesetzten Points

1. Bicolour:meister Weißanteil, umgekehrtes "V" im Gesicht, Beine und Bauch weiß,
Nase und Fußballen rosa, Fell Rücken heller als die Pointfarbe und im
Idealfall gleichmässig gefärbt.
2. Mitted:zweitgrößter Weißanteil, heller Körper, Kinn ,Vorderpfoten (Handschuhe) und
Hinterbeine (Stiefel) sind weiß gefärbt, Pfotenballen rosa
Lätzchen mit weißem Streifen über Bauch bis zum
Schwanzansatz, Nasenrücken mit oder ohne Blesse, Nasenfarbe selbe Farbe
wie point.
3. Colourpoint:cremefarbene Körper mit dunkler gefärbte Extremitäten (Pointfarbe)
Ohren, Maske (Gesicht), Beine, Schwanz , Fußballen/Nasenspiegel sind wie
Pointfarbe gefärbt.

Neuere Zeichnungen:

Es sind auch Tabby oder Schildplatt-zeichnungen in Kombination mit traditionellen Varianten möglich:

(Tabby)Lynx :Streifung in der Maske (M/W-Form), gesteifter Schwanz und Beine (außer
bicolour) Nase schwarz umrandet, innerer Ohrrand und Augen weiß
umrandet
Tortie :Schildplattzeichnung, kann rötliche Farbtupfe aufweisen, Unterschiedliches
Farbmuster , gibt es nur bei Kätzinnen da das Gen an das Sex-Chromosom
gebunden ist. Mögliche Farben Seal (Seal/Red Kombi) oder Blue (Blue/Cream Kombi)
Torbie:Tortie+ Tabby , Schildplattzeichnung erscheint gestreift, nur Kätzinnen, Mögliche
Farben Seal (Seal/Red Kombi) oder Blue (Blue/Cream Kombi)

b) Non-Pointed  = einfarbig

    Solid = keine blauen Augen, einfarbig

2a. Traditionelle Farben

Seal: dunkles Rehbraun

Blue (Verdünnung von Seal) : tiefes blaugrau

Chocolate : Schokoladenfarben

Lilac (Verdünnung von Chocolate): Gletschergrau

b) Neuere Farben

Red:  warmer Orangeton

Cream:  heller Orangeton, Apricotton

Mink: ein Siam- und ein Burmagen, dunklere Körperfarbe die fliessend in Points übergeht

Sepia: 2 Burmagene, dunkle Körperfarbe mit geringen Kontrast zu Points

Silver

Die Entwicklung einer Ragdoll verläuft langsam und ist erst im Alter von 4 Jahren richtig abgeschlossen. Viele Ragdolls entwickeln sich im ersten Lebensjahr sehr schnell und dann nur noch wenig, andere entwickeln sich langsam nach und nach. Auch die Farbentwicklung dauert lange. Bei Geburt noch ganz weiß gefärbt kommen in den ersten Lebenstagen bei den Mitted und Colourpoints die Färbungen an Nase und Ohren zur Geltung, bei den Bicolour nur an den Ohren. Die einzelnen Points kommen erst mit den Jahren richtig hervor.

Nicht umsonst sagt man, die Ragdoll wäre eine Katze in Hundegestalt.  Sie ist sehr gesellig und immer gerne mitten im Geschehen. Sie folgt dem Besitzer meist überall hin ohne aufdringlich zu sein. Sie ist besonders umgänglich, friedlich und geduldig (ideal bei Kindern). Zudem anschmiegsam und kuschelbedürftig. Sie mag es nicht gerne alleine zu sein, daher ist eine Zweitkatze sehr wichtig wenn man länger aus dem Hause ist. Durch ihre zutrauliche Art eignet sie sich eher als Wohnungskatze (bestenfalls mit Balkon/Freigehege), da sie sonst in freier Natur mit Jedem mitgehen würde. Sie ist sehr neugierig  und besonders als Kitten sehr verspielt ansonsten aber nicht sehr temperamentvoll.