„Raubtierfütterung“ – was gibt es bei der Fütterung meiner Katzen alles zu beachten

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Viele neue Katzenbesitzer fragen sich, ob man abgesehen von der Wahl des Futters bei der Auswahl des Futterplatzes, den Fütterungszeiten und der Menge etwas falsch machen kann. Das kann man!

Doch ich möchte euch beruhigen. Hat man die grundlegenden Dinge erst einmal verstanden steht der Verköstigung unserer Tiger nichts mehr im Wege.

Alles fängt an bei der richtigen Auswahl der Fress- und Trinknäpfe. Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass man keine Plastiknäpfe oder Edelstahlnäpfe kauft, da diese Allergien oder sogar Feline Kinnakne (eine Hautkrankheit) fördern können weil sich in den Rillen und Kratzern Bakterien ansammeln können. Empfehlenswert sind Futternäpfe aus Porzellan und Keramik, die standfest, leicht zu reinigen und rutschfest sind. Leben mehrere Katzen im Haushalt sollte jede Katze ihren eigenen Napf haben. Zwar „schmausen“ Kitten und befreundete Tiere oft aus einem Topf aber leider gibt es dann und wann auch Futterneid.

Habe ich die passenden Näpfe gekauft stellt sich noch die Frage wo der passende Futterplatz ist. Prinzipiell kann man sagen: Da wo es ruhig ist und man ungestört ist. Meistens ist das in der Küche der Fall. Jetzt nur noch eine passende Napfunterlage (gibt es im Fachhandel) darunter, weil Katzen gerne einmal kleckern und Speisebrocken durch die Gegend tragen, und fertig ist die Speisetheke!

Für uns gehören Essen und Trinken zusammen, nicht aber für unsere kleinen Fellpopos. Sie stillen ihren Durst lieber an unterschiedlichen Wasserquellen, vor allem aber nicht direkt neben dem Futterplatz. Daher empfiehlt es sich mehrere Trinkquellen, ob Trinkbrunnen oder Näpfe, in der Wohnung zu verteilen z.B in der Nähe des Lieblingsruheplatzes oder an beliebten Wanderwegen.

Die tägliche Futtermenge ist von mehreren Faktoren wie Alter, Aktivitätsgrad, Gewicht aber auch Qualität und Zusammensetzung des Futters abhängig. Man kann den sogenannten Ruhe-/Grundumsatz (Kalorienanzahl, die die Katze zum Leben unbedingt benötigt) für das jeweilige Tier ganz einfach berechnen. Er liegt bei 36 kcal pro Kg Körpergewicht. Jede Lebenssituation kann den Kalorienbedarf einer Katze verändern. Daher nimmt man den Ruheumsatz und multipliziert ihn mit dem jeweiligen Faktor, der der aktuellen Bedarfssituation der Katze entspricht:


- Kitten im Wachstum: Ruheumsatz x 2,5

- unkastrierte, ausgewachsene Katze: Ruheumsatz x 1,4

- kastrierte, ausgewachsene Katze: Ruheumsatz x 1,2

- ausgewachsene, aktive Katze: Ruheumsatz x 1,6

- übergewichtige Katze: Ruheumsatz x 1,0

- Katzen, die Gewicht reduzieren sollen: Ruheumsatz x 0,8

- Katzen, die Gewicht zunehmen sollen: Ruheumsatz x 1,2 – 1,4

- kranke Katze: Ruheumsatz x 1,0

- trächtige Katze: Ruheumsatz x 2,0

- stillende Katze: Ruheumsatz x 2,0 - 6,0 (je nach Anzahl der Kitten)


Beispiel: Eine ausgewachsene Katze die 4,5 kg wiegt und sehr aktiv ist benötigt am Tag 259,2 Kalorien (36 kcal Ruheumsatz x 4,5 kg) x 1,6 = 259,2 kcal


Die Fütterungsempfehlung von Dosenfutter für eine 4-Kg schwere Katze beträgt je nach Futterqualität 150- 400g am Tag, bei Trockenfutter zwischen 40 und 80g.

Hier ist auch zu beachten, dass Kitten bis zum Alter von 12 Monaten soviel Futter bekommen dürfen wie sie möchten, da sie noch im Wachstum sind und deutlich mehr Aktivität zeigen. Kitten lernen dadurch von Anfang an auf ihren Körper zu hören und wissen so wann sie satt sind. So vermeidet man, dass Katzen später einmal betteln, Essen stehlen oder sich überfressen. Oft fressen Kitten zu Beginn 800- 1000g am Tag ohne dick zu werden. Diese Menge reduziert sich von alleine aber mit der Zeit.

Doch in wie viele Mahlzeiten pro Tag teile ich diese Menge ein? Darüber gibt es wieder geteilte Meinungen. Oft ist es vom Alter und den Vorlieben einer Katze abhängig. Kitten sollten etwa 5 Mahlzeiten am Tag bekommen, erwachsene Katzen ca. 2-3 Mahlzeiten. Es gibt aber auch „Häppchenfresser“, die kleine Mahlzeiten verteilt über den Tag besser vertragen.

Steht das Futter ganztägig bereit kann das dazu führen, dass die Katze kein richtiges Hunger-/Sättigungsgefühl mehr entwickelt und so dick und wählerisch werden kann. Daher sollte man die Tiere von Anfang an an feste Fütterungszeiten gewöhnen. Viele berufstätige Katzenhalter machen sich schnell Sorgen, dass dies z. B. Aufgrund von Schichtarbeit nicht immer möglich ist. Doch wichtig ist nicht die exakt minutengenaue Einhaltung der Zeiten sondern vielmehr bestimmte Rituale wie z.B. das Füttern nach dem morgendlichen Aufstehen, beim Wiederkehren am Mittag/Abend und zum Schlafengehen.


Bei der Fütterung an sich sollte man beachten, dass das Futter nicht zu kalt sein darf. Zimmerwarmes oder leicht erwärmtes Futter entfaltet anregende Düfte und wird daher lieber angenommen. Nach ca. einer halben Stunde sollte man das Futter was noch im Napf ist entsorgen und den Napf mit heißem Wasser ausspülen. Futterreste kann man leicht bis zu 24h in Frischhaltedosen im Kühlschrank aufbewahren und bei Bedarf erwärmen.

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